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Der TuS Löhnberg definiert sich neu
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Einst in der höchsten Amateurklasse / Im Juni 1998 fast vor dem “Aus”
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Sie sind vorbei, die goldenen Zeiten des Fußballs in Löhnberg. Als der TuS noch in Hessens höchster Amateurklasse auf Torejagd ging (lang, lang ist's her), dachte mit Sicherheit niemand daran, dass der Verein irgendwann einmal vor dem sportlichen und finanziellen „Aus" stehen könnte. Aber am 26. Juni 1998 war es (beinahe) so weit.
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Doch von vorn. 1921 war es, als Otto Gelbert mit einigen Mitstreitern die Fußballabteilung des TuS Löhnberg aus der Taufe hob. Ihr erstes Freundschaftsspiel bestritten die Löhnberger gegen den Nachbarn Biskirchen. Bemerkenswert war, dass der Verein so viele Spieler zur Verfügung hatte und somit in der Lage war, drei (!) Mannschaften zu stellen. Der erste Höhepunkt der Vereinsgeschichte kam 1930, als der TuS gegen den damaligen „Erzfeind" Weilburg mit einem Punkt Vorsprung die ALigaMeisterschaft gewann und in die Bezirksliga Gießen aufstieg. In dieser Klasse war er ebenfalls erfolgreich und erkämpfte sich 1933 die Vizemeisterschaft.
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Goldene Zeiten
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Es folgten sehr bewegte Jahre, in welchen der Verein durch Höhen und Tiefen ging. Highlight der spannenden Vereinsgeschichte war die Zugehörigkeit zur Hessenliga, der der Turn und Sportverein ein Jahr lang angehörte. Man vergegenwärtige sich, dass die Mannschaft in der damaligen Zeit auch um den Aufstieg zur Süddeutschen Oberliga kämpfte, vor 10 000 Zuschauern und mehr. In der heutigen Zeit unvorstellbar. Es folgten zwei Jahre in der Landesliga der TuS wurde in die damalige Amateurliga Marburg-Gießen eingestuft und spielte anschließend über Jahrzehnte hinweg mit wechselndem Erfolg in der Bezirksliga GießenSüd sowie in der A-Klasse.
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Gesamtsport
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Der TuS Löhnberg ist im ehemaligen Oberlahnkreis mit über 870 Köpfen einer der mitgliederstärksten Vereine. Es wird also nicht nur Fußball gespielt in Löhnberg. Auch Volleyball mit viel Tradition und Erfolg, Tischtennis, Turnen für Jedermann sowie Frauengymnastik erfreuen sich großer Beliebtheit. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Daraus resultiert, dass der Gesamtvorstand sowie die Vorstände der einzelnen Abteilungen die schwierige und auch sozial verantwortungsvolle Aufgabe haben, allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein sportliches und geselliges Betätigungsfeld zu bieten.
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Vorreiter
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Der TuS Löhnberg 1909 konnte am 15. Juli 1978 mit Stolz einen der schönsten Rasensportplätze im Kreis einweihen, mit dazugehöriger Laufbahn in wunderschöner, natürlicher Umgebung. 1979 folgte die Eröffnung eines großzügig gestalteten, gemütlichen Sportlerheims, heute wie damals Treffpunkt zum geselligen Beisammensein. Und nicht zu vergessen: Anlässlich eines Jubiläumsspiels durften die Löhnberger 1982 AltBundestrainer Helmut Schön begrüßen, der sich, wie man hört, dort sichtlich wohl fühlte. Im übrigen ist die Sportanlage noch immer eine der schönsten weit und breit und eigentlich eines Landesligisten würdig. Mindestens... .
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Die Recken des TuS
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Persönlichkeiten im Löhnberger Fußball sind sie heute immer noch, die alten Kämpen, die teilweise sogar heute noch aktiv sind. Beispielsweise der heutige Zweite Vorsitzende Jürgen Schütz, Hanno Makel, Bruno Lichert, Detlef Schmidt und Bruno Grän um nur einige zu nennen alle mit weit über 1 000 Spielen für den TuS Löhnberg. Und so gibt es noch viele weitere „Ehemalige". Es würde an dieser Stelle zu weit führen, alle aufzuzählen. Der TuS ist allen zu Dank verpflichtet. Vielleicht aber gibt es ihn auch heute noch, diesen Ehrgeiz ... ?
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Unselige Fusion
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Das Ende einer langen Abwärtsentwicklung und gleichzeitig das Ende einer Tradition trat ein, als der TuS nicht mehr alleine überleben konnte. Dies hatte sich schon lange vorher abgezeichnet. 1996 war er sportlich aus der Bezirks in die AKlasse abgestiegen, die meisten Spieler verließen den Verein fluchtartig. Die damaligen Verantwortlichen ließen sich auf eine Spielgemeinschaft mit dem „Erzrivalen" FV Weilburg ein, der sich ebenfalls in Personalnot befand. So konnte Löhnberg weiterhin in der Bezirksklasse spielen mit der Konsequenz, dass die wenigen einheimischen Zuschauer jetzt auch noch wegblieben. Niemand konnte und wollte sich mehr mit dieser Mannschaft identifizieren, die mehr schlecht als recht „ihren Stiefel herunterspielte".
Das Ende vom Lied war 1998 wiederum der sportliche Abstieg in die AKlasse. Löhnberg und Weilburg trennten sich wieder und der TuS stand vor dem sportlichen wie auch finanziellen Bankrott. Aus die Maus. Am 26. Juni vergangenen Jahres wurde bei der Hauptversammlung ein neuer Vorstand unter Vorsitz von Volker Eckhardt gewählt. Ihm ist es zu verdanken, dass es mit dem Fußball in Löhnberg überhaupt weitergeht. Er schaffte es, eine Mannschaft zusammenzustellen, unter der Vorgabe des freiwilligen Abstieges ganz nach unten, in die BKlasse. Hintergrund diese Maßnahme war die finanzielle Sanierung. Alle Spieler (überwiegend Löhnberger „Gewächse") spielen unentgeltlich, was im heutigen Fußball sicher eine Ausnahme darstellt. Mit Jochen Würz als Newcomer im Trainergeschäft wurde ein Coach verpflichtet, der mit der Jugend umgehen und auch auf sie eingehen kann. Der sportliche Erfolg ist bis heute noch ausgeblieben, aber das Frappierende an den neuen Verhältnissen ist, dass jeder trotz teilweise deklassierender Niederlagen noch mit Spaß und Freude bei der Sache ist.
Der Vorstand um Volker Eckhardt, Trainer und Mannschaft lassen sich nicht beirren und gehen den einmal eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Der TuS Löhnberg setzt voll auf die Zukunft einer kontinuierlichen Jugendarbeit sowie einen sachlichen und soliden Neuaufbau. Dann sollte es langfristig gelingen, dem Fußballsport in Löhnberg wieder den Stellenwein zu verschaffen, den er aufgrund seiner langen Tradition verdient.
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Quelle: Monatszeitschrift des HFV e. V. vom April 1999 / Bericht Arnold Strieder
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